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Speyer, 09.10.2011
"Töne wider, heilige Halle, töne von
des Volkes mächtigem Jubel!" Mit diesem Vers aus dem "Exsultet", dem
Osterlob der Kirche, begrüßte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am
Sonntag, den 9. Oktober 2011 im Speyerer Dom die 1800 Sängerinnen und
Sänger, die zum Abschluss der großen Wallfahrtswoche zum 22.
Diözesankirchenmusiktag in die 950 Jahre alte Kathedrale gepilgert
waren. Und die Halle des Domes wurde im Pontifikalamt an diesem Morgen
tatsächlich zu einem gewaltigen Chor, "zu einer großen Symphonie
Gottes." Über 70 Kirchenchöre aus dem ganzen Bistum brachten im
gemeinsamen Gesang "die Steine dieser großartigen Architektur zum
Schwingen", wie es der Bischof ausdrückte.
Mit Hilfe der Übertragung des Dirigates auf zahlreiche Monitore in den
verschiedenen Teilen der Kathedrale konnte Diözesankirchenmusikdirektor
Markus Eichenlaub die fast 2000 SängerInnen zu einem stimmgewaltigen
Gesamtchor zusammenfügen. So brachten sie unter anderem die "Messe brève"
von Léo Delibes sowie das "Laudate Dominum" von Colin Mawby zu Gehör. In
das gesungene Gotteslob stimmten im Raum verteilte Blechbläser sowie die
von Gerhard Jentschke gespielte neue Haupt- und Chororgel feierlich mit
ein.
In seiner Predigt griff Bischof Wiesemann die biblische Verheißung
vom großen Hochzeitsmahl im kommenden Reich Gottes auf. In der
vergangenen Fest- und Wallfahrtswoche zum 950. Weihejubiläum des Domes
habe die Kathedrale etwas von dieser himmlischen Festfreude
widergespiegelt. "So zu Gott hochgezogen zu werden und dann eben auch
wieder miteinander feiern zu können - welch eine Vision von einer
lebensfrohen Kirche in unserer Gesellschaft, welch ein Bild von der
Lebensfreude unseres Glaubens!" Gott sei in diese Welt gekommen, um die
Menschen in die Fülle des Lebens zu rufen, die stärker sei als der Tod.
Dazu seien alle, auch die Fernen und am Rande Stehenden eingeladen,
betonte der Bischof.
Doch wie die Bibel mahne, gehöre zur Teilnahme an diesem Fest auch das
"Hochzeitsgewand". Das bedeute, dass der Geladene sich im Innersten von
Gott anrühren lasse und sich nicht für ihn verschließe. "Am schönsten
wird dieses Kleid, wenn der Mensch zu beten und zu singen anfängt",
erklärte Bischof Wiesemann. Das Hochzeitsgewand der Kirche sei das Lob
Gottes. So erstrahle auch an diesem Tag der 950 Jahre alte Dom im
Hochzeitskleid des Gotteslobes. "Es ist wunderbar, dass wir unsere
Kirchenchöre haben, die in Treue ihren Dienst erfüllen und durch die die
Musik zum Gebet wird", lobte der Bischof die Sängerinnen und Sänger.
"Von der Freude des Glaubens zu künden, mit Leib und Seele, das ist es,
was die Kirche heute braucht."
Nach dem Pontifikalamt schloss sich ein gemeinsames Mittagessen im Zelt
neben dem Dom an. Interessierte erfreuten sich an den Ausführungen des
Kirchenkabarettisten Stefan Herok, der mit seinen Programmen „Wohl
denen, die sich wandeln“ und „Ein Haus voll Glorie schauert“ die Lacher
auf seiner Seite hatte. Weitere Möglichkeiten boten eine Domführung, bei
der die Sängerinnen und Sänger den Jubilar, also den größten romanischen
Dom der Christenheit besser kennenlernen konnten und eine Vorführung der
neuen Hauptorgel, deren zahlreiche Klangfarben Domorganist Markus
Eichenlaub in marianischen Improvisationen zum erklingen brachte.
Den im Wortsinn endgültigen "Ausklang" der Wallfahrtswoche gestalteten
die Sängerinnen und Sänger mit einer festlichen Abschlussandacht am
Nachmittag. Im Rahmen dieser Feier, der nochmals Bischof Wiesemann
vorstand, sprach der Präses der Kirchenchöre im Bistum und Vorsitzende
des Cäcilienverbandes – Regens Markus Magin – in seiner Homilie über den
Zusammenhang zwischen der Weihe einer Kirche und der Taufe eines
Christen. Dabei hob er die besondere Bedeutung des Singens für den
kirchlichen Verkündigungsauftrages hervor. Anschließend konnten die
Sängerinnen und Sänger die Uraufführung eines "Magnificat" in der
Vertonung von Dekanatskantor Heinrich E. Grimm miterleben. Der Komponist
hatte eigens für den Diözesanmusiktag dieses Werk für gemischten Chor,
Bläser und Orgel sowie Gemeindebeteiligung ad lib. geschaffen.
Ausführende waren das Collegium Vocale Blieskastel unter der Leitung von
Dekanatskantor Christian von Blohn, Komponist Grimm an der Chororgel,
eine Schola aus Kirchenmusikern des Bistums, die Speyerer Dombläser
sowie Domorganist Eichenlaub an der Hauptorgel. Nach dem das „Te Deum“
durch die Geistlichen angestimmt wurde und das „Großer Gott, wir loben
dich“ im Satz des Eichstätter Domkapellmeisters Christian Heiß verhallt
war, spürten alle, dass sie einem kirchenmusikalisch und organisatorisch
gelungenen Diözesankirchenmusiktag beiwohnen durften
Ansprache
zur Abschlussandacht
Text: is
Pontifikalamt
Festzelt
Abschlussandacht
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