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Neue Studienordnung am BKI Speyer Gültig ab dem Schuljahr 2008/2009
Der Klassenunterricht wird von bisher 6 auf 5 Stunden (Einheiten zu 45 Minuten) gekürzt. Der Ausgleich für die Verringerung des Klassenunterrichts erfolgt durch die Erweiterung des Einzelunterrichts um 15 Minuten ab dem 2. Studienjahr. Eine so gewonnene kompakte Unterrichtseinheit von 75 Minuten umfasst die Fächer Klavier, Orgel, Chorpraktisches Klavierspiel und Tonsatz praktisch.
Bei Studierenden mit externem Klavierunterricht reduziert sich der Anspruch auf Einzelunterricht um 30 Minuten, sinngemäß gilt dies bei vorgezogener Abschlussprüfung im Fach Klavier. Studierende der Chorleiterausbildung C erhalten ebenso 30 Minuten weniger Unterricht, da das Fach Orgel entfällt. Die gegenüber der alten Regelung hinzugekommenen 15 Minuten wöchentlich können sowohl als 30-Minuten-Einheit 14-tägig als auch wöchentlich (15 Min.) gegeben werden.
Die komplette C-Ausbildung (Chorleiter und Organist) umfasst folgende Unterrichtsfächer: Instrumentaler Unterricht, Dauer: 75 Min. wöchentlich Orgel Literaturspiel (O) Liturgisches Orgelspiel (O) Klavier * (O) Chorpraktisches Klavierspiel * Tonsatz praktisch * (O) Chorleitung * Kinderchorleitung * Liturgiegesang (Deutscher Liturgiegesang und Gregorianik) * (O) Musikgeschichte * (O) Orgelbaukunde (O) Tonsatz (Theorie) * (O) Gehörbildung (im Klassenverband) * (O) Stimmbildung * Liturgik * (O)
Die mit * versehenen Fächer sind Teil der Ausbildung zum C-Chorleiter. Die Ausbildung zum C-Organisten umfasst alle mit „O“ gekennzeichneten Fächer.
Der Verlauf der C-Ausbildung wird wie folgt zusammengefasst:
Klassenunterricht 1.Jahr 2.Jahr 3.Jahr Chorleitung Chorleitung Chorleitung 90 Min Musiklehre Tonsatz Tonsatz 45 Min Gehör Gehör Gehör 45 Min Liturgik Kinderchor/Liturgiegesang Liturgiegesang 45 Min
Einzelunterricht 1.Jahr – 60 Minuten 2.Jahr – 75 Minuten 3.Jahr – 75 Minuten Klavier/Orgel Klavier/Orgel/chorpraktisches Klavierspiel/Tonsatz-praktisch
Unterrichtsinhalte
Liturgiegesang Die bisherigen Fächer Gregorianik und Deutscher Liturgiegesang werden in dem neuen Fach „Liturgiegesang“ zusammengefasst und wöchentlich unterrichtet. Das Repertoire umfasst alle einstimmigen Gesänge aus GL-Stammteil und –Diözesanhang sowie Diözesan-Beiheft. Diese sollen gesungen, dirigiert und in ihrem liturgischen Kontext erfasst werden können. Wichtige Querverbindungen zwischen gregorianischen und deutschen Gesängen sowie musikgeschichtliche Aspekte sollten behandelt werden. Verzichtet wird künftig auf Neumenkunde und Semiologie sowie die Erarbeitung der Proprien aus „Graduale”, „Gregorianische Gesänge“, etc. Dauer: 1 ½ Jahre ab der zweiten Hälfte des zweiten Jahres. Dieses neue Fach Liturgiegesang ist auch für Studierende des Kurses C-Orgel ab kommendem Schuljahr obligatorisch.
Kinderchorleitung wird im zweiten Jahr für die Dauer eines halben Jahres durch entsprechend spezialisierte DozentInnen im wöchentlichen Klassenunterricht unterrichtet (Unterrichtsinhalte siehe unten).
Chorleitung Die Zielvorgabe im Fach Chorleitung besteht im Erreichen der Lerninhalte, wie diese durch die Prüfungsordnung vorgegeben sind. Der Unterrichtsaufwand beschränkt sich auf 90 Minuten für alle Jahrgänge im Plenum. Die Auswahl des Repertoires trägt der bestehenden, bzw. erstrebenswerten Praxis der (Laien-) Chöre des Bistums Rechnung.
Chorpraktisches Klavierspiel wird im Chorleitungsunterricht methodisch sinnvoll angewandt, jedoch als eigene Disziplin im Einzelunterricht behandelt. Somit ist künftig Klaviereinsatz in Unterricht und Prüfung nicht nur grundsätzlich zulässig, sondern auch Gegenstand des Unterrichts sowie Bewertungskriterium der Prüfung. Die Anforderungen in Unterricht und Prüfung orientieren sich an folgendem Aufgabenkatalog: a. Partitur in 4 Systemen spielen, z.B. Amon, Agnus Dei; Palestrina, Gloria b. Bardos, aus der Messe für Chor und Orgel – Orgelstimme spielen, Chorstimme dazu singen c. Partitur in 2 Systemen – je eine Hand spielen (T+B, S+A), mit der anderen Hand dirigieren d. Leichte Transpositionen, z.B. von E nach Es, zeilenweise, Pt mit 2 Systemen e. wie a, Dirigieren durch Kopfbewegungen f. prima vista, Pt in 3 – 4 Systemen g. ad libitum: Harmonisieren von Stimmbildungs-Übungen, chromatisch steigend mit Modulationsakkord
Stimmbildung/Gesang kann je nach Voraussetzung des Studierenden und den Möglichkeiten des Stundenplanes in allen 3 Jahren der Ausbildung absolviert werden. Ingesamt sind – wie bisher – 30 Minuten für die Dauer eines Jahres vorgesehen, die Abschlussprüfung erfolgt sinnvoller Weise am Ende des betreffenden Schuljahres. Wie bisher ist dieses Fach in den Ausbildungsgängen C-Chorleitung und C-komplett vorgesehen, es entfällt im Ausbildungsgang C-Orgel.
Repertoire: - Vorsängerteile des GL, vor allem typische Kantorengesänge wie z.B. 686, 174, 192 - „durchkomponierte“ Psalmvertonungen, beispielsweise A-Vertonungen aus „Kantorenbuch“ - Geistliches Kunstlied – Beispiele: Reger, „Geistliche Gesänge“ Dvorak, „Biblische Lieder Bach, „Schemelli-Lieder
Orgel Literaturspiel Die Auswahl der zu verwendenden Orgelschule liegt im Ermessen des Lehrers. Empfohlene Orgelschulen: - Sutthoff-Groß als besonders geeignet für Anfänger im Grundkurs Orgel (GKO) - Kaller – bekannt, bewährt - Deis, akzeptabel - Rolf Schweitzer – erwähnenswert, jedoch möglicherweise zu umfangreich für C-Kurs
Pflichtliteratur Ein Werk aus „Orgelbüchlein“ von J.S. Bach gemäß Prüfungsordnung. Stichwort „Trio“: Das Werk muss nicht zwangsläufig dreistimmig sein, es geht vielmehr um das gleichzeitige Spiel auf zwei Manualen als technische Anforderung. Der Schwierigkeitsgrad der übrigen drei Orgelwerke aus verschiedenen Epochen darf tiefer angesetzt werden. Gründe: geringe Voraussetzungen am Klavier, geringe Technik, sehr langsames Vorankommen im Unterricht, schulische Belastung bedingen wenig Zeit zum Üben Empfohlene Literatur: H Schroeder „Kleine Präludien und Intermezzi“ J Pachelbel Orgelpunkt-Toccaten Div „Freiburger Orgelbuch“ J Rheinberger Trios Süd- und mitteldeutsche Meister der Barockzeit Die „kleinen“ Sammlungen der „großen“ Meister der französischen Romantik, z.B. C Franck „L’ Organiste“ L Boellmann „L’ heures mystiques“ L Vierne
Liturgisches Orgelspiel
Anforderungen: - Vortragen einer vollständigen deutschen Messreihe mit improvisierten Vorspielen - Vortrag einer Choralmesse mit Credo: Missa mundi oder Missa de Angelis, - Vortrag von 5 „Zeit“- Lieder mit verschiedenartigen improvisiertenVorspielen - Freie Improvisation über ein Kirchenlied Das Fach Improvisation sollte bereits im ersten Jahr Gegenstand von Unterricht und Prüfung sein. Jederzeit und bei nahezu jedem technischen Stand des Schülers werden bestimmte Formen als erreichbar angesehen:
- Terz- und Sextparallelen (frei und cantus-firmus-gebunden) über einem Orgelpunkt - Bordun, choral-gebunden - Bicinien (Sopran/Bass) auf der Basis des GL-Satzes
Im Einzelunterricht sollte verstärkt eine Konzeption umgesetzt werden, welche Musiklehre/Tonsatz mit praktischem Spiel verknüpft. Der Bereich NGL muss künftig angemessen im Unterricht vertreten sein, da die spätere Praxis dies vielerorts erfordert. Die Besonderheiten der Akkordsymbole des NGL-Bereichs, bzw der Popularmusik werden in absehbarer Zeit durch ein BKI-internes Glossar zugänglich sein.
KlavierspielDer Inhalt des Unterrichts richtet sich nach der Prüfungsordnung.
Literaturempfehlungen: Clementi Sonatinen, Haydn Sonatinen Beethoven Sonatinen Schumann „Album für die Jugend“, Bach „Kleine Präludien und Fughetten“, Inventionen Ibert „Petite Suite“ Grieg „Lyrische Stücke“ Chopin leichte Stücke Chatchaturian „Bilder der Kindheit“ Kabalewski „Kinderstücke
Klavier als Nebenfach in der Ausbildung C-Chorleitung Klavier als Nebenfach ist möglich. Die klavier-relevanten Fächer „Klavier-Literatur, Chorpraktisches Klavierspiel, praktische Harmonielehre“ werden nicht benotet, sondern mit „bestanden“ oder „nicht bestanden“ bewertet. Die Anforderungen der Abschlussprüfung in Klavierliteraturspiel entsprechen denen einer üblichen Aufnahmeprüfung C.
Kinderchorleitung
I Organisation/Strukturen bei Chorgründung (2 Std. ) 1. Innere Voraussetzungen: Motivation, Zielsetzung, fachliche Voraussetzung 2. Äußere Voraussetzungen: Trägerschaft, Räumlichkeiten, Ausstattung, Finanzierung 3. Strukturen und Modelle: Konzeption, Singschule, Gruppenaufbau, Kooperationen
II Musikalische Zielsetzung / Namensgebung / Mitgliederwerbung / Öffentlichkeitsarbeit (2 Std.) 1. Analyse des Umfeldes: Territoriales und soziales Umfeld, vorhandene Angebote 2. Werbemaßnahmen: Medien / Presse / Pfarrblatt / Handzettel/Plakate ect.
III Kinderstimme/Stimmbildung ( 3 Std.) Umgang mit der Kinderstimme (z.B. Stimmumfang, Lautstärke)/Einsingübungen /Stimmprobleme (z.B. in der Mutation / so genanntes „Brummen“, verhauchtes Singen ect.)
IV Vermittlung von Grundkenntnissen Notenlehre / Intervalle / Vom- Blatt- Singen / Dreiklänge/Rhythmik (3Std.) V Probentechnik / Probenaufbau (2 Std.)
VI Altersgemäße Literatur Literaturkunde / Hilfen zur Suche (2 Std.)
VII Hospitation von mindestens 3 Chorproben bei der/m Fachdozentin/ten mit Einbeziehung in den praktischen Probeverlauf. Diese Besuche werden attestiert.
VIII Diözesane und überdiözesane Organisationen z. B. Pueri Cantores / Sängerbünde / Europa Cantat / Jugend musiziert (1 Std.)
Liturgik
a) Theologie und Aufbau der Gottesdienste und Sakramente b) Aufbau und musikalische Gestaltungsformen von Eucharistiefeier, Stundengebet und Wort-Gottes-Feier c) Sinn und Übersicht über die Festzeiten des Kirchenjahres d) Kenntnis der geltenden kirchenmusikalischen Richtlinien e) Grundfragen der Glaubenslehre
Orgelbaukunde a) Die technische Anlage der Orgel und ihre Funktionen b) Funktion, Klang und Verwendung der Register c) Die häufigsten Störungen und ihre Behebung d) Spezielle Orgelbaubestimmungen im Bistum Speyer
Musikgeschichte Der Inhalt des Unterrichts richtet sich nach der Prüfungsordnung.
Tonsatz Der Inhalt des Unterrichts richtet sich nach der Prüfungsordnung.
Gehörbildung Der Inhalt des Unterrichts richtet sich nach der Prüfungsordnung.
Musiklehre, bzw. Musiktheorie Vermittlung der Grundlagen für die Weiterführung zu den Fächern Harmonielehre und Improvisation
Zum Ausbildungsgang GRUNDKURS ORGEL
Die Einrichtung dieses Unterrichtsangebot hat sich in zweierlei Hinsicht bewährt: - andere Zielgruppen als bei der C-Ausbildung sind ansprechbar - GKO-Absolventen wechseln häufig in den C-Kurs Es bleibt bei der bisherigen Praxis: - keine Prüfungen, weder zur Aufnahme noch als Abschluss - zur Aufnahme genügt das Erfüllen der im Flyer genannten Bedingungen
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